Häusliche Intensiv Pflege Tamme - Rhein Neckar Kreis und der Pfalz
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Querschnittlähmung – Leben mit einer Rückenmarksverletzung und außerklinischer Intensivpflege

Eine Querschnittlähmung entsteht durch eine Schädigung des Rückenmarks. Sie kann nach einem Unfall, einer Erkrankung oder einer Operation auftreten und zu dauerhaften Einschränkungen der Bewegungs- und Körperfunktionen führen. Je nach Höhe und Schwere der Verletzung sind Arme, Beine, Blase, Darm und auch die Atmung betroffen.

Viele Menschen mit einer Querschnittlähmung können mit geeigneten Hilfsmitteln und Unterstützung ein selbstbestimmtes Leben führen. Liegt die Verletzung jedoch im Bereich der Halswirbelsäule oder besteht eine eingeschränkte Atemfunktion, kann eine außerklinische Intensivpflege notwendig werden.

Bei Gepflegt Beatmet versorgen wir Menschen mit Querschnittlähmung individuell und ermöglichen – wenn medizinisch möglich – eine sichere Betreuung in ihrem vertrauten Zuhause.

Was ist eine Querschnittlähmung?

Das Rückenmark verbindet das Gehirn mit dem gesamten Körper. Über das Rückenmark werden Bewegungen gesteuert und Berührungen, Schmerzen oder Temperaturen wahrgenommen.

Wird das Rückenmark verletzt, können diese Signale nicht mehr oder nur noch eingeschränkt weitergeleitet werden. Welche Körperfunktionen betroffen sind, hängt davon ab, an welcher Stelle des Rückenmarks die Verletzung entstanden ist.

Man unterscheidet zwischen:

Vollständige Querschnittlähmung
Die Nervenbahnen sind vollständig unterbrochen. Unterhalb der Verletzung besteht keine willkürliche Bewegung und kein Gefühl mehr.

Unvollständige Querschnittlähmung
Ein Teil der Nervenbahnen ist erhalten. Je nach Ausmaß bleiben Bewegungen oder Empfindungen teilweise erhalten.

Welche Ursachen gibt es?

Eine Querschnittlähmung kann verschiedene Ursachen haben.
Die häufigsten sind:

  • Verkehrsunfälle
  • Stürze
  • Sportunfälle
  • Arbeitsunfälle
  • Tumoren des Rückenmarks
  • Entzündungen
  • Bandscheibenvorfälle (selten)
  • Durchblutungsstörungen des Rückenmarks
  • Blutungen
  • angeborene Fehlbildungen

Welche Symptome treten auf?

Die Beschwerden richten sich nach der Höhe der Rückenmarksverletzung.
Mögliche Symptome sind:

  • Lähmung der Beine
  • Lähmung von Armen und Beinen
  • Gefühlsstörungen
  • Taubheitsgefühle
  • Muskelspastiken
  • chronische Schmerzen
  • Blasenentleerungsstörungen
  • Darmfunktionsstörungen
  • sexuelle Funktionsstörungen
  • Kreislaufprobleme

Bei Verletzungen im Halswirbelsäulenbereich können zusätzlich auftreten:

  • Atemschwäche
  • eingeschränkte Hustenkraft
  • Sekretstau
  • Schluckstörungen
  • Beatmungspflicht


Wann ist die Atmung betroffen?

Die wichtigsten Atemmuskeln werden über Nerven gesteuert, die aus dem Halsmark austreten.
Liegt die Verletzung hoch im Bereich der Halswirbelsäule (zervikale Querschnittlähmung), kann die Atemmuskulatur teilweise oder vollständig gelähmt sein.

Dadurch können folgende Probleme entstehen:

  • flache Atmung
  • Atemnot
  • eingeschränkte Hustenkraft
  • Sekretstau
  • häufige Bronchitis
  • wiederkehrende Lungenentzündungen
  • chronische Ateminsuffizienz

Je höher die Rückenmarksverletzung liegt, desto größer ist das Risiko einer Beatmungspflicht.

Wann wird eine Beatmung notwendig?

Nicht jeder Mensch mit Querschnittlähmung benötigt eine Beatmung.
Eine Beatmungsunterstützung kann erforderlich werden, wenn:

  • das Zwerchfell nicht ausreichend arbeitet
  • die Atemmuskulatur gelähmt ist
  • die Sauerstoffversorgung nicht mehr ausreicht
  • Kohlendioxid nicht ausreichend abgeatmet werden kann

Je nach Situation erfolgt die Versorgung durch:

  • nicht-invasive Beatmung (NIV)
  • invasive Beatmung über ein Tracheostoma

Viele Menschen können auch dauerhaft mit einer Heimbeatmung sicher zu Hause leben.

Wann wird außerklinische Intensivpflege notwendig?

Eine außerklinische Intensivpflege ist insbesondere dann erforderlich, wenn komplexe medizinische Maßnahmen dauerhaft notwendig sind.

Dazu gehören beispielsweise:

  • invasive Beatmung
  • Versorgung eines Tracheostomas
  • regelmäßiges Absaugen von Atemwegssekret
  • Überwachung der Atmung
  • Versorgung bei chronischer Ateminsuffizienz
  • Unterstützung bei schweren Schluckstörungen

vollständige Unterstützung bei der Körperpflege und Mobilisation
Die Versorgung erfolgt rund um die Uhr durch speziell geschulte Pflegefachkräfte.


Welche Aufgaben übernimmt die außerklinische Intensivpflege?

Die Pflege richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen der betroffenen Person.
Sie umfasst unter anderem:

  • Überwachung der Atmung
  • Bedienung und Kontrolle von Beatmungsgeräten
  • Versorgung eines Tracheostomas
  • Absaugen von Atemwegssekret
  • Atemtherapie
  • Medikamentengabe nach ärztlicher Verordnung
  • Unterstützung bei Körperpflege und Mobilisation
  • Lagerungsmaßnahmen
  • Dekubitusprophylaxe
  • Blasen- und Darmmanagement
  • Ernährung über PEG-Sonde, wenn erforderlich
  • Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten sowie Therapeutinnen und Therapeuten
  • Beratung und Entlastung der Angehörigen

Alle Maßnahmen werden individuell geplant und regelmäßig an den Gesundheitszustand angepasst.


Leben mit Querschnittlähmung zu Hause

Viele Menschen mit Querschnittlähmung wünschen sich ein Leben in ihrer vertrauten Umgebung. Mit einer professionellen außerklinischen Intensivpflege kann dieser Wunsch häufig erfüllt werden – auch bei Beatmung oder Tracheostoma.
Eine Versorgung zu Hause bietet zahlreiche Vorteile:

  • vertraute Umgebung
  • persönliche 1:1-Betreuung
  • feste Pflegefachkräfte
  • individuelle Tagesgestaltung
  • enge Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten
  • Einbindung der Angehörigen

Erhalt von Selbstbestimmung und Lebensqualität
Unser Ziel ist es, Menschen mit Querschnittlähmung ein möglichst selbstbestimmtes und sicheres Leben im eigenen Zuhause zu ermöglichen.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist eine Querschnittlähmung heilbar?

Eine vollständige Heilung ist derzeit in den meisten Fällen nicht möglich. Rehabilitation, Hilfsmittel und eine individuell abgestimmte Pflege können jedoch dazu beitragen, vorhandene Fähigkeiten zu erhalten und die Lebensqualität zu verbessern.

Aus einer aktuellen Versorgung können wir berichten, wie sich der Zustand massiv verbessert hat. Schauen Sie unseren Klientenbericht.

Benötigt jeder Mensch mit Querschnittlähmung Intensivpflege?

Nein. Der Pflegebedarf hängt von der Höhe und Schwere der Rückenmarksverletzung ab. Menschen mit einer hohen Halsmarkverletzung benötigen deutlich häufiger eine intensivpflegerische Versorgung als Menschen mit einer tieferen Rückenmarksverletzung.

Kann eine Querschnittlähmung zu einer Beatmung führen?

Ja. Vor allem bei Verletzungen der Halswirbelsäule kann die Atemmuskulatur so stark beeinträchtigt sein, dass eine dauerhafte Beatmung notwendig wird.

Ist eine Versorgung zu Hause möglich?

Ja. Auch Menschen mit Beatmung oder Tracheostoma können häufig sicher in ihrem Zuhause versorgt werden, wenn die medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind.

Übernehmen Kranken- und Pflegekassen die Kosten?

Wenn eine ärztliche Verordnung vorliegt und die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind, übernehmen Kranken- und Pflegekassen die Kosten entsprechend den geltenden Bestimmungen.

Warum eine spezialisierte Intensivpflege bei Querschnittlähmung wichtig ist

Eine hohe Querschnittlähmung kann lebenswichtige Funktionen wie Atmung, Husten und Schlucken beeinträchtigen. Eine spezialisierte außerklinische Intensivpflege sorgt für eine sichere medizinische Versorgung, erkennt Komplikationen frühzeitig und unterstützt Betroffene dabei, trotz schwerer Einschränkungen in ihrer vertrauten Umgebung zu leben.